Inhaltsbereich:

Aktuelles aus dem Diakoniewerk

 
03.07.2017

Schwimm-Meister lehrt anderen Flüchtlingen Deutsch

Kami Shahi mit Christoph Riedl und Roberta Rastl von Diakonie Österreich

Äußerst schnell und fast akzentfrei buchstabiert Kami Shahi seinen Namen. Der 42-Jährige ist seit 2014 in Österreich, seit dem Vorjahr wartet er in Salzburg auf einen positiven Asylbescheid. Seine Deutschkenntnisse sind beeindruckend, selbst Dialekt versteht er schon recht gut. „Ich habe einige Jahre meiner Jugend in Deutschland gelebt. Deshalb habe ich mir jetzt mit der Sprache leichter getan“, erklärt er. 1992, nach dem Golfkrieg, kehrte er in den Iran zurück. Shahi arbeitete in der Metallverarbeitung, stellte Werkzeug her. Schließlich wurde die Situation für ihn im Iran zu gefährlich, er begab sich erneut auf die Flucht.

Um die Zeit des Asylverfahrens sinnvoll zu nutzen, setzt sich Kami Shahi als freiwilliger Sprachtrainer für andere Flüchtlinge ein. „Ich gebe täglich mindestens zwei Stunden Unterricht, mal in Lehen, mal im Andräviertel“, erzählt er. Die Aufgabe strukturiert seinen Tag und freut ihn. Neben den Deutschtrainings geht er auch gerne schwimmen und fühlt sich im Verein Flamingo gut aufgehoben. Dass er eine Beinprothese trägt, fällt auf den ersten Blick auch nicht auf. Die Behinderung schränkt ihn zwar ein, aber mindert seine Lebensfreude keineswegs. „Ich bin sogar Landesmeister im Schwimmen für Menschen mit Behinderung“, berichtet Shahi. Drei Medaillen hat er heuer errungen. Er ist stolz auf seine Leistung, aber noch mehr würde er sich über ein Bleiberecht freuen. Was er sich denn für die Zukunft wünsche? „Ich möchte in Freiheit leben, meinen Beruf weiterausüben. Auch eine HTL würde mich interessieren“, sagt Shahi.

SprachtrainerInnen gesucht

„Ohne Deutschkenntnisse ist eine erfolgreiche Integration schwer“, erklärt Maria Hagenauer, Koordinatorin des Projekts Sprachtraining im Freiwilligennetz. Im Auftrag von Stadt und Land Salzburg organisiert das Diakoniewerk regelmäßige Deutschtrainings im gesamten Bundesland. „Wir begleiten selbst über 100 Freiwillige und unterstützen in den Gemeinden auch private Initiativen“, erklärt Hagenauer. Das Diakoniewerk bietet dafür Schulungen an und stellt Lernmaterialien zur Verfügung. „Ganz wichtig für die Freiwilligen ist aber auch der Austausch untereinander und wir freuen uns, wenn sich jemand bei uns informiert oder auch mitmachen möchte“, so Hagenauer.

 

Foto: Kami Shahi präsentierte kürzlich gemeinsam mit Christoph Riedl und Roberta Rastl-Kircher von Diakonie Österreich das Integrationsmemo. Fotocredit: Diakoniewerk, Abdruck honorarfrei.


Kami Shahi mit Christoph Riedl und Roberta Rastl von Diakonie Österreich