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Aktuelles aus dem Diakoniewerk

 
29.09.2016

Quartiersarbeit: die Lebenswelt für Menschen im Alter kreativ gestalten.

Die Wohnkoordinatorin des Diakoniewerks, Rafaela Janta-Beyer begleitet Jung und Alt, vernetzt, organ

GALLNEUKIRCHEN. Am 1. Oktober wird der Internationale Tag des älteren Menschen begangen. Unsere Gesellschaft wird älter und jede/r möchte so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben in vertrauter Umgebung leben. Genau hier setzen Konzepte der altersgerechten Quartiersentwicklung an, die in Deutschland und der Schweiz bereits auf Landes- und Gemeindeebene breitflächig umgesetzt werden. Das Diakoniewerk ist Partner und aktiver Mit-Gestalter altersgerechter Quartiersentwicklung und neuer Wohnprojekte in Österreich - von Wien bis Salzburg.

Eva B., 65 Jahre, hat Wohnen in Alleinlage und Vogelgezwitscher gegen ein Leben in aktiver Nachbarschaft und unterstützender Gemeinschaft getauscht - und ist froh darüber. „Hier kann ich privat sein, wenn mir danach ist, habe aber auch immer die Möglichkeit, mich aktiv mit anderen auszutauschen und gemeinsam was zu unternehmen - ob im für alle zugänglichen tollen Gemeinschaftsraum oder bei gemeinsamen Aktivitäten“, schildert die Mieterin des Generationen-Wohnprojektes Rosa Zukunft in Salzburg ihren Umzug. „So habe ich im Alter immer Ansprechpartner und vereinsame nicht.“

Altersgerechte Quartiere - ein Fachbegriff für einen Lebens- und Sozialraum, zu dem sich Menschen zugehörig fühlen - das Grätzel, das Dorf, die Siedlung, der Bezirk, das Wohnprojekt - zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie in jedem Sozialraum anders aussehen. Sie schließen alle Akteure dieses Sozialraums mit ein - die Politik, die Institutionen, die Kirchen, die Vereine, die lokale Wirtschaft, vor allem aber macht sie die BürgerInnen zu den aktiv Handelnden.

Quartiersentwicklung stellt die Frage „Wie möchten wir in unserer Gemeinde, unserer Siedlung, unserem Grätzel miteinander gut alt werden und was können wir aktiv dazu beitragen?“ Dabei gibt es mehrere Handlungsfelder - es geht darum, Gemeinschaft zu erleben - auch bei Unterstützungsbedarf oder beispielsweise Demenz, es geht um Fragen des „Sich-Versorgen-Könnens“, um die Frage des Wohnens und darum, sich einbringen zu können und dies auch aktiv wahrzunehmen. Dieser Ansatz ist bei neu-errichteten Wohnbauten von Bedeutung, vor allem aber bei bestehenden Quartieren/Siedlungen.

„Das Diakoniewerk begleitet und unterstützt seit seiner Gründung vor mehr als 140 Jahren Menschen im Alter. Mit den demografischen Veränderungen und neuen sozialraumorientierten Ansätzen sind  Antworten auf die Anforderungen der Zeit zu geben - eine aktive gemeinsame altengerechte Quartiersgestaltung liefert diese Antworten“, unterstreicht Rektorin Mag. Christa Schrauf.

Die UNO hat 1990 den 1. Oktober als den Tag der älteren Generation ausgerufen, um auf die Rolle der Senioren in unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen. Ein Anlass darauf hinzuweisen, wie wir gemeinsam die Gesellschaft des langen Lebens, in der wir uns befinden, pro-aktiv gestalten können, um ein selbstbestimmtes Leben in vertrauter Umgebung zu ermöglichen.

Quartiersarbeit am Beispiel Salzburg und Wien
Mit der „Rosa Zukunft“ hat das Diakoniewerk Salzburg diese inhaltlichen Vorgaben gemeinsam mit vier Bauträgern in einem Wohnquartier in der Rosa-Hofmann-Straße in Salzburg-Taxham umgesetzt, das insgesamt 129 Wohneinheiten umfasst und im Dezember 2013 bezogen wurde. Die „Rosa Zukunft“ bietet Generationenwohnen und seniorengerechtes Wohnen.

Begleitet wird das Wohnkonzept von einer Wohnkoordination, die gezielt Prozesse und Kontakte zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern anregt, fördert und unterstützt und auch einen Bewohnerbeirat initiiert hat. So wird nun beispielsweise eine alleinerziehende Mutter durch eine „Leih-Oma“ unterstützt, eine Familie erledigt für eine alleinstehende ältere Dame immer wieder einmal den Lebensmitteleinkauf, Erfahrungen beim Gärtnern werden zwischen den Generationen ausgetauscht und vieles mehr. Gemeinsame Feste und Feiern, Ausflüge und eine Bewohner-Zeitung ergänzen das vielfältige Angebot. Sollten professionelle Pflegeleistungen notwendig werden, kümmert sich auch hier die Wohnkoordination um die Vermittlung der entsprechenden Leistungen.

Die Erfahrungen nach fast drei Jahren sind durchwegs sehr positiv, eine durchgeführte Bewohnerbefragung ergab Bestnoten für dieses Wohnkonzept und fließen nun in zwei weitere Projekte dieser Art in Salzburg-Aigen und Salzburg-Gneis mit ein, wo das Diakoniewerk ebenfalls das inhaltliche Konzept verantwortet und die Wohnkoordination stellt.

In Wien-Donaustadt/Traviatagasse entsteht derzeit ebenfalls ein Wohnprojekt nach dem Quartierskonzept, an dem das Diakoniewerk Wien inhaltlich beteiligt ist und die Wohnkoordination stellt (Bezug 2018). Das Projekt „generationen: wohnen“ in der Starvangergasse wird ebenso nach Prinzipien der nachhaltigen Quartiersentwicklung geführt und vom Diakoniewerk mit einem Wohnen mit Betreuung ergänzt. Auch im Wohnprojekt „ERnteLAA - urban gardening in der Wiesen“ in Wien - in einem der weltweit größten urban gardening Wohnformen - übernimmt das Diakoniewerk das Quartiersmanagement.

Die „Mehr Zeller Nachbarschaft“ bereits in aller Munde.
In Oberösterreich entstehen derzeit in zwei Gemeinden sozialraumorientierte Netzwerke nach dem Quartierskonzept. In der Mühlviertler Gemeinde Bad Zell sind durch die Initiative „Mehr Zeller Nachbarschaft“ unter der Projektleitung des Diakoniewerks interessierte Bürger, Vereine und Organisationen eingeladen, gemeinsam für eine „mitsorgende“ Bad Zeller Nachbarschaft, nicht nur für Menschen im Alter, zu gestalten. Drei Projekte wurden bereits umgesetzt: Eine Mobilitätsgruppe organisiert Fahrdienste, ein gemeinsamer Mittagstisch für Menschen, die nur mehr wenig am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, ist ebenfalls gut angelaufen und ein Besuchsdienst kümmert sich um jene Bürgerinnen und Bürger, die nicht mehr mobil und daher in Gefahr sind, zu vereinsamen. Weitere Projekte sind in Planung. Professionelle Pflege- und Betreuungsleistungen können, wenn nötig, über das neu errichtete Haus für Senioren Bad Zell des Diakoniewerks angefordert werden.

Anlässlich des 40 Jahre Jubiläums von dm drogeriemarkt wurde die „Mehr Zeller Nachbarschaft“ als eines von 40 sozialen, kulturellen und ökologischen Projekten in ganz Österreich auserwählt und von dm und seinen KundInnen im Rahmen der {miteinander}-Initiative finanziell unterstützt.

Die „Lebendige Nachbarschaft“ ist in den Startlöchern.
In Engerwitzdorf, ebenfalls im Mühlviertel, steht eine besondere Wohnanlage kurz vor der Fertigstellung. LeNa – Lebendige Nachbarschaft – ist das inhaltliche Konzept des Diakoniewerks für Mietwohnungen, die dort errichtet und im Dezember bezugsfertig sein werden. 17 der insgesamt 45 Wohnungen sind für Menschen im Alter bzw. Menschen mit Behinderung vorgesehen. Neben den barrierefreien Wohnungen mit Betreuung sind auch ein gemeinsamer Begegnungsraum – der LeNa:Treff – und gemeinschaftlich gestaltete Garten- und Freiflächen für alle MieterInnen geplant. Ziel dieses generationenübergreifenden Projekts ist, von Beginn an das Augenmerk auf eine lebendige Nachbarschaft zu legen. Dabei geht es um den Aufbau eines BewohnerInnenbeirats genauso wie um das Finden gemeinsamer Initiativen, die von einer Mitfahrbörse, über gemeinschaftliches Kochen und einer Verleihbörse für selten gebrauchte Haushaltsgegenstände, bis hin zur Gestaltung gemeinsamer Freizeitaktivitäten und Serviceleistungen reichen können, die von Menschen mit Behinderung erbracht werden. Auf die vielfältigen Pflege- und Betreuungsangebote des Diakoniewerks im angrenzenden Gallneukirchen kann bei Bedarf ebenfalls zurückgegriffen werden.

Bilder: Diakoniewerk/Abdruck honorarfrei
Bildtitel 1: Die Wohnkoordinatorin des Diakoniewerks, Rafaela Janta-Beyer begleitet Jung und Alt, vernetzt, organisiert und hört auf die Bedürfnisse der BewohnerInnen im Quartier.
Bildtitel 2: Der gemeinsame Mittagstisch in einem örtlichen Gasthaus in Bad Zell wird besonders gut angenommen und sorgt für soziale Teilhabe.

Rückfragen:
Mag. MBA Daniela Scharer
Kommunikation & PR
Diakoniewerk (Zentrale)
Telefon 07235 63 251 128
Mobil 0664 220 16 25
d.scharer@diakoniewerk.at
www.diakoniewerk.at/presse


Die Wohnkoordinatorin des Diakoniewerks, Rafaela Janta-Beyer begleitet Jung und Alt, vernetzt, organ Der gemeinsame Mittagstisch in einem örtlichen Gasthaus in Bad Zell wird besonders gut angenommen un