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Aktuelles aus dem Diakoniewerk

 
03.08.2016

Bildungsmaßnahmen in Rumänien statt Bettelverbot in Österreich

Die Lebenssituation in Dumbrǎveni/Rumänien

Nachmittagsbetreuung in Dumbrăveni und in Sebeş helfen sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen aus der Armutsspirale.

Im Juli 2015 startete das Diakoniewerk Nachmittagsbetreuungseinrichtungen für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche in Dumbrǎveni und Sebes, um mit Bildung einen kleinen ersten Schritt aus der Armut zu setzen. Heute, ein Jahr später hat die
Nachmittagsbetreuung in Dumbrǎveni ihren fixen Standort in einem eigenen Haus gefunden und jene in Sebeş, obwohl die Räumlichkeiten noch nicht optimal sind, begleitet bereits 15 Kinder und Jugendliche täglich.


GALLNEUKIRCHEN. In Dumbrǎveni/Elisabethstadt und Sebeş/Mühlbach hat das Diakoniewerk, basierend auf seinem knapp 10-jährigen Rumänien-Engagement, im Juli 2015 zwei Nachmittagsbetreuungen für Kinder und Jugendliche eröffnet, mit dem Ziel den betroffenen jungen Menschen eine Chance auf Bildung zu ermöglichen und sie damit in ihrer schulischen wie sozialen Entwicklung zu begleiten.
Ihre Eltern sind vielfach damit beschäftigt, mit dem Kindergeld das Nötigste für die Familien sicher zu stellen. Einkommen aus einem gesicherten Arbeitsverhältnis fehlt aufgrund der nicht vorhandenen Arbeitsplätze meist. Der Schulbesuch und die Ausbildung der Kinder sind damit nebensächlich geworden.
Die Nachmittagsbetreuung soll hier Abhilfe schaffen. Durch die gezielte schulische Förderung, die Wiederholung der Inhalte und durch die Vermittlung anderer relevanter Inhalte, wie soziales Verhalten, soziales Miteinander, Verhaltens- und Umgangsformen, sollen das Wissen und die sozialen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen erweitert werden und mögliche spätere Berufschancen greifbar werden.
„Das Diakoniewerk setzt bewusst auf Präventionsarbeit mit Kindern, insbesondere durch Bildung, als den entscheidenden Schlüssel für den Weg aus der Armut und Ausgrenzung. Bildung, wie sie in der Nachmittagsbetreuung geschieht, eröffnet Kindern aus unvorstellbar schwierigen sozialen Verhältnissen die Chance auf eine Zukunft in der gesellschaftliche Teilhabe auch für sie möglich wird“, so Rektorin Mag. Christa Schrauf.

Seit Juli 2015 besuchen nun Kinder und Jugendliche im Grundschulalter, mehrheitlich aus Roma Familien, die Tagesbetreuung „Eine Chance für die Schule“ in Sebeş (10-15 Kinder) und die Tagesbetreuung L.I.F.T. (Lernen.Integration.Förderung.Tagesstruktur) (bis zu 25 Kinder) in Dumbrǎveni.

Der Erhalt der Standorte gelingt großteils mittels Förder- und Spendengeldern
.
Die Tagesbetreuung L.I.F.T. wird von Land und Stadt Salzburg, Caritas, der Erzabtei St. Peter und dem Roten Kreuz unterstützt. Die Tagesbetreuung in Sebeş wird vom Land Oberösterreich, vom Land Tirol und aus Stiftungsgeldern finanziell gefördert. Die restlichen finanziellen Mittel versucht das Diakoniewerk mittels Spenden aufzustellen.

Die ersten Erfolge der Nachmittagsbetreuung werden sichtbar.
„Die Kinder in Sebeş haben bereits viel bessere Schulnoten, und die festen sozialen Regeln, die sie in unserer Nachmittagsbetreuung lernen, zeigen sich positiv im Miteinander der Kinder. In Dumbrǎveni kommen die Kinder aus einer anderen sozialen Schicht. Dort ist schon der tägliche Schulbesuch ein Erfolg, auch die Leistungen sind besser geworden. Hier arbeiten wir verstärkt mit den Eltern, um ihnen die Bedeutung von Bildung nahezubringen“, so Ana Palcu, verantwortlich für die Einrichtungen des Diakoniewerkes in Rumänien.

Künftige Herausforderungen
Durch das neue Gebäude in Dumbrǎveni können, nach Abschluss von Umbauarbeiten, bis zu 25 Kinder betreut werden, der Bedarf dafür ist auf alle Fälle gegeben. In Sebeş sollen dazu neue Räumlichkeiten angemietet werden, sofern die finanziellen Mittel vorhanden sind. Eine weitere Herausforderung – vor allem in Dumbrǎveni  - ist es, in Zukunft noch stärker mit den gesamten Familien zu arbeiten, um ihnen Wege aus der Armut aufzuzeigen. Auch die psychosoziale Begleitung der Kinder  - nämlich zu lernen mit Emotionen gut umzugehen - ist ein sehr wichtiges Thema in den Nachmittagsbetreuungen.

Im Sommer wird die Nachmittagsbetreuung zur Tagesbetreuung und bietet neben der Vorbereitung fürs kommende Schuljahr, Themenwochen rund um Natur, Tierwelt, Verkehrsregeln und Volkstanz als auch aufregende Exkursionen zu heimischen Sehenswürdigkeiten.

Spendeninfo: 
Allgemeine Sparkasse Oberösterreich 
IBAN: AT82 2032 0000 0025 7700
BIC: ASPKAT2LXXX
Spendenzweck: „Tagesbetreuung Sebeş"

Salzburger Sparkasse Bank AG
IBAN: AT84 2040 4000 4040 4089
BIC: SBGSAT2SXXX
Spendenzweck: „Dumbrăveni“

Bild: Andreas Brandl/Abdruck honorarfrei
Bildtext: Die Lebenssituation in Dumbrǎveni/Rumänien

Bilder: Diakoniewerk/Abdruck honorarfrei
Bildtext: Kinder in der Nachmittagsbetreuung L.I.F.T.

Rückfragen:
Mag. MBA Daniela Scharer
Kommunikation & PR
Diakoniewerk (Zentrale)
Telefon 07235 63 251 128
Mobil 0664 220 16 25
d.scharer@diakoniewerk.at
www.diakoniewerk.at/presse


Engagiert über die eigenen Landesgrenzen hinaus
Das Diakoniewerk ist bereits seit 2007 als gemeinnütziger Verein in Rumänien aktiv und betreibt in Sibiu und Sebeş je eine Werkstätte für Menschen mit Behinderung, wo insgesamt 30 Menschen mit Behinderung täglich einer sinnvollen und sinngebenden Beschäftigung nachgehen und dadurch Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe erfahren. In Sebeş wird darüber hinaus mit einer Sozialberatungsstelle sowie einer ambulanten Hilfe (seit 2011) bei monatlich rund 100 Hausbesuchen und 50 persönlichen Beratungsgesprächen individuelle Unterstützung zuhause angeboten, ergänzt durch einen Verleih von Pflegehilfsmitteln. 2013 entstanden integrative Beschäftigungsangebote für 5 Menschen mit Behinderung bei Transilvania Pack&Print. Eine Werkstätte in Şelimbăr ist in Vorbereitung.

Mit dem Engagement über die eigenen Landesgrenzen hinaus will das Diakoniewerk, als innovatives Unternehmen im Sozial- und Gesundheitsbereich, vor allem Menschen, die sozial benachteiligt sind, ein Leben inmitten der Gesellschaft ermöglichen. Dabei sieht sich das Diakoniewerk, mit einer mehr als 140-jährigen Geschichte in der Begleitung von Menschen in Notlagen, als beratender Partner sowie als sozialer Träger von Angeboten vor Ort. Know-how-Transfer und gegenseitiges partnerschaftliches Lernen voneinander sind dem Diakoniewerk dabei wichtig.


Die Lebenssituation in Dumbrǎveni/Rumänien Kinder in der Nachmittagsbetreuung L.I.F.T. Kinder in der Nachmittagsbetreuung L.I.F.T.