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Aktuelles aus dem Diakoniewerk

 
16.02.2016

Mehr Platz für Kinder und Jugendliche aus armutsbetroffenen Familien

Nachmittagsbetreuung

In Dumbrǎveni/Rumänien ist die Nachmittagsbetreuung, ein Projekt des Diakoniewerks für Kinder und Jugendliche aus armutsbetroffenen Familien, das im Sommer 2015 gestartet wurde, aus seiner provisorischen Unterkunft in ein eigenes Haus umgezogen.


GALLNEUKIRCHEN/DUMBRAVENI. Seit Juli 2015 besuchen bis zu zwölf Kinder und Jugendliche im Grundschulalter, mehrheitlich aus von Armut und Arbeitslosigkeit betroffenen Roma Familien, die Nachmittagsbetreuung „L.I.F.T“ (Lernen.Integration.Förderung.Tagesstruktur), die das Diakoniewerk in der Kleinstadt Dumbrǎveni im Landkreis Sibiu-Hermannstadt eingerichtet hat. Durch gezielte schulische Förderung, die Wiederholung der Inhalte und durch die Vermittlung anderer relevanter Inhalte wie soziales Verhalten, soziales Miteinander, Verhaltens- und Umgangsformen, will L.I.F.T. die Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen erweitern und die Möglichkeiten für ein selbstständiges Leben erhöhen.


„Die Kinder spüren: das ist IHR Haus!“

Bis vor kurzem hat die Förderschule des Ortes dem Projekt Gastrecht gewährt. Mit Jahresbeginn konnte nun die Nachmittagsbetreuung in ein eigenes Gebäude übersiedeln, unweit der Schule und der Roma-Siedlung und somit für die Kinder gut erreichbar. Das Haus bietet viel mehr Platz, mit Räumen für unterschiedliche Gruppenaktivitäten, einer Küche und einem Garten, der vielfältige Unternehmungen im Freien ermöglicht, auch wenn noch einige bauliche Adaptierungsarbeiten nötig sind. „Die Kinder spüren es: Das ist jetzt IHR Haus!“, erklärt Ana Palcu, Leiterin der Angebote des Diakoniewerks in Rumänien. „Sie genießen es, weg von der Schule zu sein und trotzdem in Ruhe und ohne Druck lernen zu können. Wichtig ist uns auch, dass die Kinder die grundlegenden Regeln des sozialen Miteinanders erfahren und diese einhalten. Spiel und Spaß dürfen aber natürlich auch nicht zu kurz kommen!“

Spiel und Spaß zu genießen, einmal unbelastet von den Alltagssorgen der Familie sein zu können – das ist für diese Kinder alles andere als selbstverständlich. Die Eltern sind vielfach damit beschäftigt, mit dem Kindergeld das Nötigste für die Familien sicherzustellen, Einkommen aus einem gesicherten Arbeitsverhältnis fehlt aufgrund der nicht vorhandenen Arbeitsplätze meist. Da die Kinder wichtige Rollen als Mitversorger einnehmen und in der Landwirtschaft oder im Haushalt helfen, bleibt kaum Zeit für die Schule. Und dennoch ist allen klar, ein Weg aus der Armutsspirale gelingt nur mit ausreichend Bildung.

Erste Erfolge der Nachmittagsbetreuung

Die Nachmittagsbetreuung soll hier Abhilfe schaffen und erste Erfolge sind bereits sichtbar. „Da ist zum Beispiel Mihaela, die oft ihrer kranken Mutter im Haushalt helfen muss und einige Male deswegen die Schule versäumt hat. Durch den Besuch der Nachmittagsbetreuung konnte sie in den vergangenen Monaten große Fortschritte erzielen. Rechnen fällt ihr nun ganz leicht und auch das Lesen ist erheblich besser geworden. Sie hat außerdem gelernt, Konflikte anders auszutragen als mit körperlicher und verbaler Aggression“, freut sich Alina Onet, pädagogische Mitarbeiterin in der Tagesstruktur.

Auch Mihaelas Mutter ist froh, dass es die Nachmittagsbetreuung gibt, denn sie weiß: Nur mit einer guten Ausbildung hat ihr Kind eine Chance, der Armut zu entkommen und sich selbst ein gutes Leben aufzubauen.

Das Projekt L.I.F.T wird zwar von Land und Stadt Salzburg, Caritas, der Erzabtei St. Peter und dem Roten Kreuz unterstützt, doch sind Spenden für den Ankauf von Lernmaterial, die Unterstützung von Familien mit Lebensmittelpaketen oder Unterstützung der Nachmittagsbetreuung bei der Organisation der Mittagsmahlzeiten weiter dringend nötig:
Salzburger Sparkasse Bank AG
IBAN: AT84 2040 4000 4040 4089
BIC: SBGSAT2SXXX
Spendenzweck: „Dumbrăveni“


Engagiert über die eigenen Landesgrenzen hinaus

Das Diakoniewerk ist bereits seit 2007 als gemeinnütziger Verein in Rumänien aktiv und betreibt in Sibiu und Sebeş je eine Werkstätte für Menschen mit Behinderung, wo insgesamt 30 Menschen mit Behinderung täglich einer sinnvollen und sinngebenden Beschäftigung nachgehen und dadurch Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe erfahren. In Sebeş wird darüber hinaus mit einer Sozialberatungsstelle sowie einer ambulanten Hilfe (seit 2011) bei monatlich rund 100 Hausbesuchen und 50 persönlichen Beratungsgesprächen individuelle Unterstützung zuhause angeboten, ergänzt durch einen Verleih von Pflegehilfsmitteln. 2013 entstanden integrative Beschäftigungsangebote für 5 Menschen mit Behinderung bei Transilvania Pack&Print. 2015 wurde neben der Nachmittagsbetreuung in Dumbrǎveni auch eine solche in Sebeş eingerichtet, die ebenfalls gut angenommen wird. Eine Werkstätte in Şelimbăr ist in Vorbereitung.Mit dem Engagement über die eigenen Landesgrenzen hinaus will das Diakoniewerk, als innovatives Unternehmen im Sozial- und Gesundheitsbereich, vor allem Menschen, die sozial benachteiligt sind, ein Leben inmitten der Gesellschaft ermöglichen. Dabei sieht sich das Diakoniewerk, mit einer mehr als 140-jährigen Geschichte in der Begleitung von Menschen in Notlagen, als beratender Partner sowie als sozialer Träger von Angeboten vor Ort. Know-how-Transfer und gegenseitiges partnerschaftliches Lernen voneinander sind dem Diakoniewerk dabei wichtig.

Bild: Diakoniewerk/Abdruck honorarfrei.
Bildtext: Nachmittagsbetreuung „L.I.F.T“ in Dumbrǎveni/Rumänien


Rückfragen:
Mag. MBA Daniela Scharer
Kommunikation & PR
Diakoniewerk (Zentrale)
Telefon 07235 63 251 128
Mobil 0664 220 16 25
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