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Archiv 2014

 
20.02.2014

Armut hat Platz: Neue Plattform für mehr Menschlichkeit auf Salzburgs Straßen

Bedrückende Armut, mangelnde Bildung und keine Zukunftsperspektiven im Heimatland: Tausende verarmte Menschen aus südosteuropäischen EU-Staaten versuchen sich in Städten wie Salzburg das Überleben mit Bettelarbeit zu sichern. Über 100 sogenannte ArmutsmigrantInnen leben derzeit auf Salzburgs Straßen. Schon alleine die Anwesenheit bettelnder MigrantInnen spaltet breite Teile der Bevölkerung und lässt besonders jetzt im Salzburger Wahlkampf die Wogen hoch gehen. Dass diese Menschen aber nicht freiwillig am Rande der Gesellschaft stehen, geht dabei völlig unter. Deshalb haben Diakoniewerk Salzburg und Caritas zusammen mit anderen Salzburger Vereinen die „Plattform für obdachlose ArmutsmigrantInnen aus EU-Staaten“ ins Leben gerufen.
Das Ziel: Mehr Solidarität und Unterstützung für diese Menschen. MMag. Michael König, Geschäftsführer des Diakoniewerk Salzburg, berichtet nach einer Rumänienreise von der unvorstellbaren Armut und dem großen Elend in weiten Teilen des Landes. „Diese Eindrücke ließen mich nicht mehr los und so war mir die Gründung dieser Plattform auch persönlich ein großes Anliegen.“

Das erste gemeinsame Projekt der Plattform ist die Online-Petition „Armut hat Platz“. Alle SalzburgerInnen werden unter http://www.armut-hat-platz.at  aufgerufen, ein Zeichen für ein menschenwürdiges Klima in unserer Gesellschaft zu setzen. Darüber hinaus setzen sich die Mitgliedsorganisationen der Plattform dafür ein, für diese Menschen eine nachhaltige Grundversorgung in der Stadt Salzburg sicher zu stellen. Unterstützung findet die Plattform auch von Salzburger Persönlichkeiten, wie Superintendent Olivier Dantine, Erzbischof Franz Lackner, Sepp Forcher, Doraja Eberle und Universitätsrektor Heinrich Schmidinger.

„Weil wir Armut nicht bekämpfen können, indem wir sie einfach unsichtbar machen, müssen auch arme und bettelnde Menschen in einer reichen Stadt Platz haben. Hand aufs Herz: Was nehmen sie uns denn weg, außer die Illusion einer heilen Welt?“ bringt Superintendent Mag. Olivier Dantine das Engagement der Plattform für die Ärmsten der Armen auf den Punkt.