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Archiv 2015

 
19.11.2015

Einladung zur Vernissage mit Hertha Penetzdorfer-Hörbinger „Verlorene Plätze“ oder „Die Schönheit de

Ausstellung Hertha Penetzdorfer-Hörbinger

Am Donnerstag, den 19. November 2015, um 19.00 Uhr, lädt die Privatklinik Wehrle-Diakonissen am Standort Aigen zur Vernissage ein. Die Salzburger Künstlerin Hertha Penetzdorfer-Hörbinger zeigt im Rahmen ihrer Ausstellung Fotocollagen in Intagliotypie-Technik, die sie unter das Motto „Verlorene Plätze“ oder „Die Schönheit der Vergänglichkeit“ stellt. Die Magie des Verfalls dominiert die Sujets, welche die Künstlerin  in und um Salzburg fotografierte, um sie in weiterer Folge zu Fotocollagen zu verarbeiten und mittels der Tiefdrucktechnik Intagliotypie zu vollenden. Auf diese Weise entstand eine Reihe von ausdrucksvollen und subjektiv-narrativen Dokumentationen von Plätzen in Salzburg.

Vernissage: Donnerstag, 19. November 2015, 19.00 Uhr
Einführende Worte: Arthur Zgubic, Bildhauer, Bühnenbildner, Kurator und Journalist aus Salzburg
Die Künstlerin ist anwesend.
Die Ausstellung im Erdgeschoß der Privatklinik Wehrle-Diakonissen am Standort Aigen ist bis 6. Jänner 2016 geöffnet (täglich 8 – 20 Uhr).
Ort: 5026 Salzburg, Guggenbichlerstraße 20

Zur Ausstellung
Abrissbirnen und Kräne prägen das Bild jeder größeren Stadt. Der Raum verringert sich, die Bedürfnisse wachsen zwangsläufig in die Höhe. Stadtbilder verändern sich gemäß den Lebensformen der Bewohner und der Raumgestaltung. Investorenarchitektur gilt als aktuelles Gestaltungsprinzip.
Seit etwa zehn Jahren fotografiert die Künstlerin gegen das Verschwinden ihres vertrauten Umfelds. Mit dem Auflassen von kleinen Läden, Werk- und Wohnstätten, Fabriken in althergebrachten Funktionalitäten verschwindet immer auch ein Stück Lebensgefühl. Und seien es nur kleine Details wie das Verschwinden von Fensterläden an einem Haus in der Steingasse.
Somit sind die Grafiken/Fotos auch als semidokumentarische Erinnerungen zu sehen.
Orte von spürbarer Verlassenheit, des Zerfalls; aufgelassene Geschäfte, historische Gebäude, bröckelnde Fassaden, boten gute Motive zur grafischen Umsetzung.
2014/15 ist dazu eine Serie von Intagliotypien entstanden, die mit ihren inhärenten Möglichkeiten eine gute Ausdrucksform für diese subjektiv narrative Dokumentation bieten.
Auf die räumliche Gestaltung wurde dabei weitgehend verzichtet. Das Objekt soll als Abdruck wahrgenommen werden, dessen Verschwinden vorprogrammiert ist.
Bei den Fotografien „Im Marmorsaal“ wurde neben dem historischen Hintergrund eine simulierte Bewegungsstudie eingefangen.

Zur Technik Intagliotypie
Die Intagliotypie ist eine Form der Tiefdrucktechnik. Als Träger dient eine transparente Folie, auf die das vorbereitete Motiv mittels Laser- oder Tintenstrahldrucker kopiert wird. Diese wird auf eine mit einem Photopolymerfilm laminierte Kunststoffplatte mittels aktinischen Lichts kurz belichtet (Vorbelichtung mit Aquatintascreen) und anschließend im Entwicklerbad geätzt. Die Platte wird dann im UV-Licht gehärtet und ist somit druckfertig.
Die Künstlerin nutzt die inhärenten Möglichkeiten dieser Technik etwa bei der Belichtung durch unterschiedliche Belichtungszeiten. Durch gezielte Abdeckungen können einzelne Elemente bewusst betont bzw. auch Negativabdrücke erreicht werden. Für eine ausgeglichene Belichtung ist in manchen Fällen eine Tonwertanpassung von Vorteil.
Die optimale Belichtungszeit muss dann durch Probestreifen ermittelt werden.
Bei der Vorbereitung der Fotocollagen kann durch die Montage verschiedenster Materialien wie Fotos, Zeichnungen, Fundstücke, eine große Bandbreite ausgeschöpft werden.
Für die reprografische Trägerfolie kommen dann auch die bei der Copyart entwickelten Möglichkeiten ins Spiel.
Die Arbeitsweise der Künstlerin ist in der Vorbereitung der Collagen einerseits konzeptionell, der Storyart verbunden - es soll immer auch eine subjektive Wirklichkeit erzeugt werden –  andererseits experimentell in der Ausführung.
Die verwendeten Motive wurden zum Großteil für die aktuelle Ausstellung 2014/15 fotografiert bzw. entstammen meinem großen Fundus an Fotografien.
Teilweise wurden die Drucke koloriert. Die Mattheit der Kolorierung – es wurden nur Tee, Kaffee und antike Tusche verwendet – soll die Atmosphäre des Vergänglichen unterstreichen.

Für die aktuelle Ausstellung hat die Künstlerin ca. 30 Intagliotypien im A3-Format und – als Gegenüberstellung differenter Techniken – zwei Motive in Speedfotografie als  C:print auf Alu-Dibond und ein Motiv auf Alu-Dibondplatte 50x65cm vorbereitet.


Ausstellung Hertha Penetzdorfer-Hörbinger